Willkommen beim Dresdner Gesprächskreis e.V.

Preisverleihung 2016: Preise an exzellente Nachwuchswissenschaftler

11.November 2016

Die diesjährige Preisverleihung des mit insgesamt 9.000 Euro dotierten Preises fand in der community4you-ARENA – den neuen Namen trägt das Chemnitzer Fußballstadion seit der Fertigstellung im Sommer dieses Jahres – statt. Bei einem Glühweinempfang auf der Stadionterrasse hatten die Gäste die Möglichkeit, selbst einen Blick in den beeindruckenden Stadioninnenraum zu werfen. 

Die Festveranstaltung eröffnete der Präsident des Vereins, Herr Dr.-Ing. E.h. Michael von Bronk, und führte mit seiner Ansprache in die Thematik „Ressourceneffizienz“ – dem Jahresthema des Vereins in diesem Jahr – ein. Nach einem Grußwort des Kaufmännischen Geschäftsführers des CFC e.V., Dirk Kall, interviewte der Moderator des Abends, David Laux, Leiter der Universitätskommunikation der TU Chemnitz, die Preisträger. 

Mit kurzweiligen und einfachen Erläuterungen verstanden es alle drei, die zum Teil schwierigen Themen der unterschiedlichen Dissertationen – welche jedoch allesamt einen Bezug zum Jahresthema aufwiesen – dem Publikum verständlich zu vermitteln. So berichtete Herr Dr. Tobias Mönch, welcher an der TU Dresden promoviert hatte, welchen Einfluss die Morphologie lichtabsorbierender Schichten auf die Effizienz organischer Solarzellen hat. Da diese weitestgehend nur aus Kohlenstoff bestehen und potenziell extrem geringe Energieerzeugskosten erreichen, wurde der Aspekt Ressourceneffizienz hier sogar zweifach berücksichtigt. Herr Dr. Michel Oelschlägel von der TU Bergakademie Freiberg hat in seiner Dissertation Styrol abbauende Bakterien sowie die dabei beteiligten Enzyme und Proteine untersucht. Basierend auf diesen Untersuchungen gelang ihm die Entwicklung biotechnologischer Syntheseverfahren, mit welchen sich wichtige Chemikalien - unter anderem für Pharmaka und Kosmetika - ausgehend von günstigen Ausgangsstoffen der Kunststoffindustrie gewinnen lassen. Von großer Bedeutung für aktuelle Forschungsvorhaben ist dabei die erste durch ihn an der TU Bergakademie Freiberg entdeckte, neue Bakterienart, welche Sphingopyxis fribergensis Kp5.2 getauft wurde. Mit der von Dr. Hendrik Hopf von der TU Chemnitz entwickelten Methodik können ressourcenscho­nende Fabriken sowie deren Teilsysteme und Prozesse ganzheitlich modelliert und geplant werden, sodass damit ein wesentlicher Beitrag zur nachhaltigen industriellen Produktion erbracht wurde. 

Nach der Preisverleihung und dem Abendessen konnten interessierte Teilnehmer das Stadion bei einer Führung näher kennenlernen. Bei Live-Musik des Andre Kogan Trio klang der Abend gegen 22:00 Uhr aus.

Zukunftspreis der Sächsischen Wirtschaft auf Schloss Wackerbarth verliehen

21.Oktober 2016

Mit dem Zukunftspreis der Sächsischen Wirtschaft – gestiftet von den drei sächsischen Vereinen Dresdner Gesprächskreis der Wirtschaft und der Wissenschaft, Industrieverein Sachsen 1828 und Unternehmerverband Sachsen, wurde am Freitagabend auf Schloss Wackerbarth das Gründerteam der TU Dresden Senorics ausgezeichnet.

Im vorangegangenen Elevator Pitch hatte Teamleiter Dr. Ronny Timmreck die Entwicklung neuartiger organischer Sensoren im Briefmarkenformat vorgestellt und sich damit gegen fünf weitere Nominierte durchgesetzt.

Die entwickelten Sensoren sollen unter anderem in der Landwirtschaft zum Einsatz kommen, um den Reifegrad sowie den Feuchte- oder Proteingehalt des Ernteguts bereits auf dem Feld zu bestimmen. Damit ist dem Team aus vier Wissenschaftlern gelungen, das Messverfahren der NIR-Spektroskopie, das heute nur mit großen, teuren Geräten im Labor durchgeführt werden kann, in einem kompakten, mobilen Gerät zu ermöglichen.

Im Rahmen der Ausgründung, die für das kommende Jahr geplant ist, soll die Technologie nun weiterentwickelt und auf den Markt gebracht werden. Neben dem Agrarmarkt sehen die Gründer zahlreiche weitere Anwendungsfelder in der Medizin, der Pharmabranche oder der Industrieautomation, die sie künftig erobern wollen.

Die innovative Forschungsleistung, die Marktfähigkeit des Produktes und das überdurchschnittliche Wachstumspotential überzeugten die 40-köpfige Jury, bestehend aus den Vorständen der drei Vereine.

„Mit der Verleihung des Zukunftspreises möchten wir ein Zeichen für das Unternehmertum setzen und unternehmerisches Denken und Handeln in Sachsen fördern. Ich hoffe, dass sich in Sachsen noch mehr junge Leute dazu entschließen, ihre Träume und Visionen als Unternehmer umzusetzen“, so der Präsident des Industrievereins Sachsen 1828 e.V., Prof. Dr. Hans J. Naumann.

Hartmut Bunsen, Präsident des Unternehmerverbandes Sachsen e.V. ergänzte: „Die Leistungen der sechs Unternehmen waren alle in ihren Bereichen herausragend und wir freuen uns, solche kreativen Köpfe in Sachsen zu haben. Es ist an uns allen, diese zu fördern, damit Sachsens Landschaft der kleinen und mittelständischen Unternehmen weiterwächst.“

Der Zukunftspreis der Sächsischen Wirtschaft ist mit einem Preisgeld von 3.000 EUR ausgestattet und wird je zu einem Drittel durch die beteiligten Vereine getragen.

MERGE – Technologiefusion für multifunktionale Leichtbaustrukturen

20.Oktober 2016

Bei dieser Veranstaltung hatten interessierte Vereinsmitglieder die Möglichkeit, sich über das Zukunftsthema Leichtbau zu informieren. Veranstaltungs­ort war das im Oktober 2015 an die TU Chemnitz übergebene MERGE Technology Centre, das – nach zwei weiteren Bauabschnitten in den kommenden Jahren – Europas größtes Leichtbauforschungszentrum darstellen wird. Prof. Dr. Lothar Kroll, Koordinator des Bundesexzellenzclusters, ging in seinem Einführungs­vortrag auf die Historie und die KeyFacts des Clusters ein. In diesem Zusammenhang berichtete er u. a. von der Gründung der CarboSax GmbH, die erst wenige Tage zurücklag. Hier arbeiten Spitzenforscher des Exzellenz­clusters mit den involvierten Unternehmen daran, die Produktionskosten und Energiever­bräuche bei der Herstellung von Carbonfasern massiv zu senken. Dazu wird im kommenden Jahr eine Pilotanlage in Chemnitz – die erste ihrer Art in Europa – entstehen. Bislang gibt es solche Anlagen nur in Amerika und Australien. Nach dem Vortrag erwartete die Teilnehmer eine sehr aufschlussreiche Führung durch die Fertigung. Dr. Jürgen Tröltzsch, Wissenschaftlicher Geschäftsführer am Bundesex­zellenzcluster, erläuterte, dass das „Mergen“ von Kunststoffen und Metallen, wie es am Standort Chemnitz umgesetzt werde, einzigartig sei. Besonders beeindruckend war der Integrale Fertigungs­komplex MERGE – dieser misst fast 23 m Länge, 11 m in der Breite und 5 m Höhe. Beim abschließen­den Buffet bestand Gelegenheit zum Netzwerken.


Impressionen der vergangenen Jahre